Jan 202013
 

Es war wieder einmal Zeit für eine Fotosafari.
Trotz trüben kaltem Winterwetter bin mich mit Mäxe losgezogen. Bepackt mit Stativ, Kamera Fernauslöser sowie Handschuhen Mütze und Schal waren wir auf der Suche nach lohnenden Motiven.
Zuerst versuchten wir an der Lechtsaustufe 23 zu ein paar schönen Winterbildern zu kommen, Aber im tiefverschneiten Wald erschien es uns dann doch riskant im Tiefschnee zu den interessanten Plätzen hinunter zu klettern. Es war bitterkalt und ständig bestand die Gefahr, dass uns von oben, aus den Bäumen Schnee über die Ausrüstung rieselte.
Schliesslich kam von Mäx die Idee zum Burgstall nach Kissing zu fahren.

So nah liegt Kissing, eigentlich Haunstetten gegenüber, auf der anderen Seite des Lech, aber von diesem Gebäude hatte ich noch nie etwas gehört. Der Burgstall in Kissng ist der Rest einer mittelalterlichen Burg, die dort den Herren zu Kissing gehörte. Von der eigentlichen Burg sind wohl nur noch im Boden verborgene Grundmauern und Gräben vorhanden, aber an einer Stelle erhebt sich ein, ca 30 m hoher, pyramidenfürmiger Hügel, auf dem einmal ein Wachturm gestanden haben soll. 1681 wurde dort die kreuzförmige Burgstallkapelle zur Schmerzhaften Muttergottes von den Jesuiten erbaut, die seither dort oben weit ins Land blickt.
Wegen des trüben Winterhimmels war uns kein solcher Weitblick erlaubt, doch die beleuchtete Kapelle war auch ein wunderschönes Fotomotiv.

[nggallery id=8]

Jan 122013
 

Wie schon beschrieben, sprengt meine Sammlung an fotografischem Gerät mittlerweile den Platz, den ich ihr zugestehen will.

Natürlich werden „Meilensteine“ meiner fotografischen Entwicklung, wie zum Beispiel meine Penti oder meine Panasonic Lumix weiterhin hier bleiben. Auch die alte Polaroid Sofortbild und meine Super8 Ausrüstung, sowie diverse Kleinbild und Digitalkipsen wird vermutlich niemand mehr haben wollen, aber von einigen Dingen, die für andere noch von Nutzen sein könnten werde ich mich verabschieden und ein großes Internet-Auktionshaus damit bestücken.

Nach Überprüfung des Inhalts habe ich beschlossen mich von folgenden Dingen zu trennen:

    Digitale Spiegelreflexcamera Canon EOS 500d (body)
    Batteriegriff von Ansmann + 2 Akkus für Canon 500d
    Fernbedienung mit Liveview Phottix Hector (incl. Kabelsatz)
    kleiner Fotorucksack TAMRAC Expedition 3
    Analoge Spiegelreflexcamera Canon 500n
    Analoge Spiegelreflexcamera Canon 850
    Blitz Canon Speelite 160e
    Spiegelreflex Bereitschaftstasche Carena Shooting
    Canon Zoom Objektiv EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS
    SIGMA Zoom Objektiv 28-80mm 1:3,5-5,6 Macro mit Anschluss EF für Canon (nur für analoge oder digital bis 300d)
    SIGMA Zoom Objektiv 70-210mm 1:4-5,6 AF (Autofocus) mit Anschluss EF für Canon (nur für analoge oder digital bis 300d, hat aber seltsamerweise an der ganz neue 650d auch funktioniert)
    Canon Zoom Objektiv EF 75-300mm 1:4-5,6 II

So nach und nach werde ich auch meine Preisvorstellungen hier ergänzen, falls jemand Interesse daran hat, kann er mich gerne kontaktieren.

Dez 242012
 

Es soll ja Menschen geben, die Ihre Weihnachtsgeschenke schon lange vor dem Fest alle eingekauft und verpackt haben – ich gehöre nicht zu dieser Spezies. Jedes Jahr, am Nachmittag des Heiligen Abends, sitze ich in meinem Büro und packe die Geschenke ein. Vor mir die lange Excel-Liste, mit der Geschenke Planung, einen schönen heissen Kaffee dazu, während sich im Wohnzimmer der Rest der Familie mehr oder weniger darum bemüht, den Weihnachtsbaum zu schmücken. Wir haben da eine feste Arbeitsteilung. Ich besorge den Baum, bringe ihn ins Haus und befestige ihn im Christbaumständer. Für die Dekoration des Grünzeugs bin ich nicht mehr zuständig. Höchstens wenn ein Stern oder ein Apfel ganz oben hängen soll ist meine Hilfe gefragt.

Christbaumkugeln gibt es bei uns nicht. Traditionell hängen an unserem Weihnachtsbaum (diesmal eine Nordmanntanne) entgegen aller Regeln der Botanik Äpfel als Schmuck.
Vielleicht ist ja dies auch schon ein kleines Weihnachtswunder: Eine Tanne die Äpfel trägt.

Dazu kommen Strohsterne, Holzschmuck und was sich im Laufe der Jahre so angesammelt hat, meistens sebstgemachte Ton und Filzschmuckstücke. Und Lametta! Über das Lametta gibt es regelmäßig Diskussionen. Meine Frau mag eigentlich kein Lametta, aber der Rest der Familie besteht darauf. Also Lametta. Falls jemand daran gedacht hat eins einzukaufen – wenn nicht wird das alte, sauber eingesammelte vom letzten Jahr recycelt.

Wir haben schon immer normale Wachsbaumkerzen. Bisher gab es zwar schon viele Weihnachtsbaumkatastrophen, aber ein Brand war zum Glück noch nie dabei. Seit wir einmal an Heiligabend mittags noch Kerzen suchen mussten, kaufen wir die Kerzen meist schon ein Jahr im Voraus ein. Die Kerzen brennen 2 – 3 mal an Weihnachten, da brauchen wir keine Lichterketten und mein Ehe-Pyroman steht auf Feuer und offenes Licht.

So wird also aus dem wilden Waldbewohner nach und nach ein domestizierter Wohnungsweihnachtsbaum, während ich mit Schere, Tesafilm und Papier kämpfe um Geschenke möglichst schön zu verpacken, damit diese verpackung ca. 5 Stunden später zerrissen und auf den Müll geworfen wird. Eine wahrlich sinnvolle und besinnliche Beschäftigung, die mich immer wieder erkennen lässt, wie klein doch mein Beitrag zum Fortbestehen des Universums ist.

Ich gehe nochmals die Tabelle durch, kontrolliere ein letztes Mal die Geschenkeverteilung – ohne elektronische Hilfe würde ich bei der Größe unserer Familie sonst nicht mehr durchblicken.
Jeder Geschenkestapel soll eine eigene Farbe bekommen deshalb jongliere ich mit einem riesigen Stapel an Papierrollen. Schon im Vorfeld gilt es zu planen, welche Geschenke eher großvolumig sind und eine große Menge Verpackungsmaterial benötigen und was eher klein und konzentriert ist und eventuell mit Restrollen vom letzten Jahr eingepackt werden kann. Das sind logistische Herausforderungen, die Augenmaß und räumliches Vorstellungsvermögen erfordern und deshalb naturgemäß mir vorbehalten bleiben.

Endlich sind die letzten Vorbereitungen getroffen, der Tesaabroller geladen, der Tisch freigeräumt – nichts hasse ich mehr als im Chaos auf dem Fussboden Päckchen zu verschnüren – und aus den Stapel Transportverpackungen, Plastiktüten und Tragetaschen wird ein schöner bunter Stapel Geschenke.
Ich gebe ja zu, ich bevorzuge rechtwinklige Geschenke – das lässt sich sauber verpacken, keine unschönen Falten und ergibt ein wunderschönes Päckchen, das ich am Liebsten noch mit einer Schleife verzieren würde, doch Schleifen und Bänder haben wir zu Weihnachten abgeschafft, da diese den, ohnehin schon hohen logistischen Aufwand potenzieren würden. Schlimm sind Geschenke, die rundungen, Ecken Kanten Henkel oder ähnliches haben. Meist findet sich kein passender Karton mehr und mir bleibt nichts anderes übrig als mehr oder weniger kreativ das Geschenk in seine Hülle zu wurschteln.
Auch Riesenpakte, meist irgendwelche Möbelstücke stellen mich vor kreative Herausforderungen, vor denen ich manchmal sogar passen muss. Dann bekommt der Karton halt einen Stren oder eine Bauchbinde in dem, zum jeweiligen Geschenkestapel passenden Design. Solche Lösungen nehme ich nur ungern in Kauf, aber manchmal muss man eben auch an Weihnachten Kompromisse eingehen.
Ich versuche meist auch die Farbwirkung zu beachten und suche Geschenkpapiere in unterschiedlichen Farben; Ein blauer, ein grüner, natürlich auch ein roter und goldgelber Geschenkestapel, das schafft Stimmung und Farbwirkung und das wiederum ist ja sowieso fast der einzige Sinn und Zweck der ganzen Verpackerei. Natürlich geht es auch um die Spannung und den Spaß beim Auspacken, was ich gelegentlich durch sparsameren oder großzügigen Einsatz von Klabefilm zu beeinflussen suche, aber die meiste Zeit Ihres kurzen Daseins verbringen die Päckchen doch damit, die Wirkung des festlich geschmückten Baumes zu verstärken.
Und dann kommt, wie jedes Jahr die Mini-Katastrophe! Das Geschenk, das alle Regeln bricht, das Präsent, das in der Planung übersehen wurde, bei dem die erst-Verpackung missglückt ist oder der Inhalt der Papierrolle falsch eingeschätzt wurde – das Geschenk, für das mir das Verpackungsmaterial in der Farbe des Stapels vorzeitig ausgegangen ist…

Diese Beschäftigung läutet bei mir häufig erst die Weihnachtsstimmung an und je nachdem, wie hektisch oder geruhsam diese Aktion ausfällt hält die Stimmung bei mir an. Manchmal bleib mir daneben soger noch Zeit für einen besinnlichen kleinen Blogartikel. Fröhliche Weihnachten!

Okt 012012
 

Heute morgen begrüßte uns – entgegen aller Voraussagen mit Sonnenschein. Eigentlich wollten wir gleich losziehen, aber vorher wollten wir noch die anderen Gäste verabschieden, die leider abreisen mussten. Wir hatten sie zwar nur kurz kennengelernt, fanden sie aber sofort so sympathisch, dass wir ihnen spontan eine Adresskarte mitgaben.

Danach ging es los Richtung Gesturi, wo wir eine Weberei besichtigen wollten. Halt! Vorher noch tanken. Zum Glück gab es am Ort eine der vielen Selbstbedienungs Tankstellen, an die wir unsere kleinen Scheine verfütterten. Hier brennen derzeit überall die Felder, anscheinend mit Absicht abgefackelt. So flackerten auch neben der Tankstelle die Flammen auf dem Feld. Während wir 10 Liter in den Tank getröpfelt hatten war das Feuer merklich näher gekommen und wir beeilten uns weg zu kommen.

Über Mogorella wollten wir weiter nach Villaurbana und Usellus, wo irgendwo das kleine Weberdorf liegen sollte. Leider war es in unserer Karte nicht eingezeichnet. Doch wie immer kam alles anders – Schon von Weitem sahen wir eine große WIndkraftanlage, die ich fotografieren wollte. Auf dem Weg dahin fielen mir auch noch Hinweisschilder auf eine der berühmten Nuraghen auf; Wir hatten die ganze Zeit noch keine aus der Nähe besichtigt, das wollten wir nachholen.
Aber vorher machten wir in dem Dörfchen noch eine kurze Rast in dem netten, aufgeräumten Bergdorf, wir waren ohne Frühstück losgefahren und das rächte sich jetzt.

Überhaupt machen die Dörfer in den Bergen einen saubereren Eindruck als die Küstenstädte. Wir wollten noch etwas weiter in Richtung Ruinas und irgendwann habe ich einfach das Umdrehen und zurück zur Route fahren vergessen. Die imposante Kulisse eines – scheinbar namenlosen Flusstales lockte uns immer weiter und irgendwann beschlossen wir über die SP33 und Sanmugheo unser ursprüngliches Ziel anzusteuern. Als dann unterwegs auch noch ein Schild Sanmugheo als Zentro Tessilo anpries, beschlossen wir einfach unseren Plan zu ändern.
Mittlerweile fielen die ersten Regentropfen – mehr erfrischend als wirklich ärgerlich. Trotzdem steuerten wir spontan eine Pizzeria an, denn mittlerweile machte sich der Hunger und auch Durst bemerkbar. Auch fielen die Tropfen jetzt heftiger und ich hatte Bedenken wegen der Kamera im Tankrucksack. Natürlich hatten wir keine Regenhaube für den Tankrucksackk nach Sardinien mitgenommen.

In der Pizzeriea begrüßte uns Salvatore herzlich und teilte uns mit, dass er heute kein Essen habe. Wir müssen wohl sehr enttäuscht ausgesehen haben, denn er bot uns gleich Getränke an und, nachdem wir uns in unserem holperigen Italienisch unterhalten hatten und er uns erzählte, dass er in Köln bei der Bahn gearbeitet hatte. Schliesslich schickte er uns in den Ort, dort könnten wir etwas kaufen und auch essen. Es war wohl irgendein Fest.

Nachdem wir unsere Helme bei Ihm zur Aufbewahrung gelassen hatten machten wir uns zu Fuss auf den Weg und es stellte sich heraus, dass hier wohl so eine Art Dorffest im Gange war. Überall liessen weit offen stehende Türen den Blick in die Häuser zu und an einigen von diesen Häusern waren Schilder mit dem Wort „Degustatione“ zu finden. Diese Anwesen waren numeriert und mit einem Bündel Zweige markiert, was mich sehr an die schwäbischen Besenwirtschaften erinnerte.

Bald fanden wir heraus, dass hier das „Sagra del Pane“ gefeiert wurde, das Brotfest und zu diesem Zwecke viele Ihren Hausbackofen anheizten um ihre Rezepte anzubieten. Natürlich gab es nicht nur Pane, sondern auch Käse, Wurst, Dolci und immer wieder Vino, Vino, Vino… Ich lehnte jedesmal ab mit dem Hinweis auf das Motorradfahren, liess mich aber dann immer wieder überreden, einen kleinen Becher mitzunehmen um die freundlichen Leute nicht zu beleidigen. Natürlich war das alles Vino die Casa und jeder entsprechend stolz darauf, was ich nun wiederum nachvollziehen konnte. An einer Stelle wurde sogar der FilouFerro gebrannt und an anderer Stelle ein Ochse gebraten. Ein Haushalt bot auch seine Seifen an, was mich wieder sehr interessierte, denn hier konnte man auch die Esel, von denen die Milch für die Eselmichseife stammte streicheln.
Es war verblüffend, wie freundlich und offen die Menschen hier auf uns als Deutsche reagierten und sehr oft wurde uns, manchmal unter Tränen erzählt, dass der Sohn, die Tochter oder der Ehemann zum Arbeiten in Deutschland lebte.
Überhaupt herrscht hier anscheinend eine hohe Arbeitslosigkeit und – so kam es mir manchmal vor auch ein Wenig Hoffnungslosigkeit, von der allerdings hier beim Fest nur wenig zu spüren war. Ich habe den Eindruck, dass mein spärliches Italienisch hier stark über die „Konversationsstufe A1“ hinaus gewachsen ist 😉

Satt vom vielen Brot verkosten und etwas müde von den vielen Weinproben (ich habe natürlich immer nur einen Schluck im Beisein des Gastgebers probiert und die Becher später heimlich irgendwo stehen lassen) trafen wir wieder bei Salvatore ein. Noch einen Espresso und dann verabschiedeten wir uns auch hier um ein Stück weiter zu fahren um an einem auf der Karte verzeichneten Castello ein kleines Nickerchen zu machen. Leider hatte ich wieder einmal nicht mit den italienischen Strassenbeschilderungen gerechnet; wir kamen nie an besagtem Castello an. Dafür begegnete uns plötzlich mitten in der Landschaft eine Herde Schafe die anscheinen völlig selbstständig von einem Hund weitergetrieben wurde. Aufmerksam sah der Hund sich immer wieder um und, als er unser Motorrad sah, hörte oder roch trieb er die Herde schnell hinter eine Leitplanke. Ich war sehr beeindruckt von den wachen intelligenten Blick, den uns der Hund im Vorüberfahren zuwarf.
In einiger Entfernung sahen wir dann doch den zugehörigen Schafer die Strasse hochkommen und ich hielt an um das Schauspiel fotografisch festzuhalten.
Danach ging es weiter über eine hervorragend ausgebaute Strasse über Atzari, dem wunderschönen Berstädchen Meano Sardi zu dem vornehm wirkenden Laconi. Die Strecke führt über den Monte Santa Sofia und ich kann sie nur jedem Motorradfahrer empfehlen. Bei einem meiner zahlreichen Fotostops wurden wir wieder von einem Einheimischen angesprochen und aus einem kurzen Austausch über das Panorama wurde sehr schnell eine Diskussion über das Rentensystem in Deutschland und Italien, was meine Sprachkenntnisse schnell überforderte. Wieder wurde eine Art Hoffnungslosigkeit spürbar; Deutschland scheint hier immer noch das gelobte Land zu sein, ein Bild das ich nur schwer geraderücken konnte – immerhin sind meine 6 Kinder alle in Ausbildung und Arbeit, was auf Sardinien anscheinen nur wenige sagen können.
Nun begann die Sonne schnell zu sinken und wir machten uns auf die Suche nach einer Pizzeria. Diese Suche führte uns dann bis nach Oristano, wo wir dann in einer Art Italienischem Fastfood eine Riesige Pizza verdrückten.
Scheinbar sind hier zu Saisonende doch schon viele Restaurants geschlossen, denn wir fanden immer wieder Hinweisschilder, aber keine zugehörigen Gaststätten.

Müder erreichten wir in der Dunkelheit über die nun schon vertraute Schotterpiste wieder unser Urlaubsquartier. 180Kilometer s´tanden mehr auf der Uhr, aber es waren interessante und aufregende Kilometer.