Sep 172018
 

Irgendwann fing es damit an, dass mein Onkel gestorben war und seine Kamera Ausrüstung beim Sperrmüll stand.
Kann doch nicht sein, dachte ich – diese tolle Kamera, die ich immer bewundert hatte und so kam sie zu mir; Eine Revue mit 3 Objektiven.
Später gesellte sich die alte Spiegelreflex meines Vaters dazu und ich fand in einem Karton meine eigene erste Kamera wieder.
Dann begann ich, mit den alten Objektiven an meiner digitalen Spiegelreflex zu experimentieren und über Ebay landete noch die ein oder andere alte Ausrüstung bei mir, die ich eigentlich wegen der Objektive kaufte. Mit der Agfa-Box fing ich dann an, die alten Kameras auch wieder zu benutzen. Ich habe mir vorgenommen, mit allen Stücken in der Sammlung einmal einen Film zu belichten, was teilweise eine Herausforderung werden wird, denn weder den 126 Kassettenfim, noch den Rapid-Film der Penti oder gar den Minox-Film gibt es noch zu kaufen.

Nach und nach sammelten sich weitere Kameras an und dann verirrte sich eine große Vitrine, die bei einem Umzug übrig blieb in mein Büro.
Vor ein paar Wochen war dann die Erweiterung fällig, eine Hängevitrine, die sehr gut mit der restlichen Einrichtung harmonierte. Als diese aufgehängt war, rechnete ich nach und befand, dass davon noch zwei weitere Platz hätten um die Wand voll – und die Anordnung harmonisch aussehen zu lassen. Also bestellte ich zwei weitere Hängevitrinen, die am letzten Wochenende aufgehängt und bestückt wurden.

Ein Bild, das ich auf Facebook einstellte, bekam so viele Rückmeldungen, dass ich den Entschluss fasste, den Inhalt meiner Sammlung hier im Blog vorzustellen.
Das wird eine Weile dauern, fürchte ich, aber der Anfang mit meiner Penti ist ja schon länger gemacht.

Vitrine

Vitrine

Inhalt der Vitrinen, Stand 17.9.2018
Vitrine 1
Vitrine_1D4_0439 Polaroid 630 LE
Polaroid 600

Canon EOS 50E

Canon EOS 3000

Canon EOS 1000F N

Canon EOS 850

Canon EOS 500 N

Nikon F50

Diverse Objektive

Vitrine 2
Vitrine_1D4_0436
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Vitrine_1D4_0440Vitrine 3
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Standvitrine
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Sep 102018
 

Manchmal erreichen mich Werbemails, die tatsächlich mein Interesse wecken. So der letzte Newsletter des Softwarelabels Topazlabs, das sich mit allen Spielarten der Bildverbesserung befasst. Die Ankündigung des neuen Bildervergrößerer A.I. Gigapixel gehörte dazu.

Auf der Webseite des Herstellers stand zwar kein Hinweis, aber welche Software kommt schon ohne Demoversion? Also lud ich den Installer herunter und richtig, nach einer Registrierung bei Topaz hatte ich eine voll funktionsfähige 30-Tage-Testversion.
Topaz
Nun war ich doch sehr gespannt, was das Programm konnte, nachdem es bei Traumflieger dermaßen verrissen und als Nepp bezeichnet wurde.

Ich habe oft bei meinen Gassibildern Crops, die ich gerne etwas größer hätte – das geht zwar mit Lightroom, aber ein gewisser Qualitätsverlust bleibt nicht aus.
Als Test nahm ich mir eines der Bilder, das ich für die Verhältnisse im Feld als sehr scharf bezeichnen würde und jagte es in der Default-Einstellung durch das Programm. Das bedeutete 400% Vergrößerung Reduce Noise an Blur:

Original

Original

Man merkt, dass nun die Grafikkarte gefordert ist, es dauert eine ganze Weile und andere Grafikanwendungen hatten merklich Probleme. Die GPU-Auslastung stieg auf Werte zwischen 97% und 100% was ich vorher noch nie verzeichnet hatte.

Das Bild hatte vorher 2427×1680 und nach der Aktion 9708×6427 Pixel. Zur besseren Beurteilung habe ich dann auf das Auge gezoomt. Der Ausschnitt hat Original 247x247Px, hochgerechnet 1033x1033Px.

Hochgerechnet

Hochgerechnet

Dieses Ergebnis war für mich total unerwartet! Das hochgerechnete Bild war nicht nur verlustfrei – es war sogar verbessert!
Weitere Tests mit RAW-Dateien zeigten mir, dass ich damit zwar meine Bilder auf sagenhafte 247Megapixel aufblasen kann, was aber meinen Rechner unnötig belastet. Die Ergebnisse der RAW-Vergrößerung sind dabei auch etwas blass, weshalb ich meine weiteren Tests lieber auf bearbeitete und gecroppte Bilder beschränke. Hier werden Details erhalten, die eingebaute Entrauschung ist genial und die Endqualität in den Details überwältigend. Klar, wo nichts ist, kann auch der dieses Programm keine Details herzaubern. Bei gleichförmigen Flächen fallen bei extremen Vergrößerungen dagegen manchmal Artefakte auf, die sich jedoch mit dem Lightroom-Korrekturwerkzeug beseitigen lassen.

Original

Original

Hochgerechnet

Hochgerechnet

Es gibt natürlich auch hier wie überall Grenzen. Ein uraltes Bild, das mein Sohn mit einer DC20 einmal von uns gemacht hat, versuche ich schon lange vernünftig zu vergrößern, hier scheitert anscheinend auch die künstliche Intelligenz, was aber auch daran liegen könnte, dass ich einen alten Scan verwende weil die Originaldatei schon lange nicht mehr existiert. (Kodak hatte einen Viewer, der aus den Bildern eine Exe-Datei erstellte, die ich heute nicht mehr öffnen kann) Das Vergrößerungsergebnis ist hier eher mäßig.

Original

Original

Hochgerechnet

Hochgerechnet

In weiterer Vergleich mit einer Originaldatei aus der DC-20 zeigt: Auch hier ist ein Hochrechnen mit 400% nahezu verlustfrei möglich.

Ich finde, dass mir das Programm erlaubt besser in meine Bilder zu croppen. Das Ergebnis ist zwar nicht mit einer gestackten Makroaufnahme zu vergleichen, wie das die Traumflieger-Rezension versuchte, aber im Feld habe ich dieses Setting auch eher selten. Dafür kann ich aber Bilder die ich mit meiner Lieblingslinse – dem SIGMA 150-500 gemacht habe auf ein vernünftiges Maß vergrößern und die Qualität dabei mindestens erhalten. Für mich bedeutet das, das Programm muss ich haben, auch wenn 99,99$ nicht gerade wenig sind.

Jul 092018
 

Sonntag nachmittags, ich bin im Garten und versorge meine durstigen Pflanzen, da tönen mit einem Mal fremdartige Klänge an mein Ohr. Rhytmische Trommeln und der etwas quäkende Klang einer türkischen Schalmei, der Zurna. Wo kommt das her, mitten im bayrischen Schwaben? Ach ja, wir hatten vorher, auf der Rückkehr von einem Flohmarkt festlich geschmückte Autos und Menschen gesehen, vermutlich eine Hochzeit.

Ich hole meine Kamera und wir laufen los um die folkloristische Überraschung in unserer Nachbarschaft zu suchen. Schon bald stoßen wir auf eine fröhliche Menschenansammlung, geschmückt mit türkischen Fahnen. Überall fröhliche Gesichter und wir warten mit einigen anderen Zaungästen, auf das Erscheinen des Brautpaares.
Doch leider findet sich auch ein anderer Zaungast ein. Ein alter Herr erscheint mit seinem Fahrrad um sich sogleich lautstark bei uns zu erkundigen, was das denn für ein Lärm sei. „Die haben doch einen Vogel, am Sonntag so einen Lärm zu machen, und die Frauen – wie die rumlaufen…“ Offenbar erwartet er von uns Zustimmung, aber wir antworten ihm „bei uns wird auch an Sonntagen geheiratet und die türkischen Frauen in ihren bunten Festtagskleidern sehen doch echt hübsch aus.“ Vorgeblich wegen der besseren Sicht rücken wir von ihm ab, wir wollen nicht mit so einem Griesgram in Verbindung gebracht werden. Außerdem wohnen wir praktisch im Schatten einer Kirche, wir sind an Lärm an Sonntagen gewöhnt, da bedeutet der fröhliche Folkloretanz mit Davul und Zurna eine willkommene Abwechslung.

Nachdem die Gäste getanzt, der Bräutigam die Braut abgeholt hat begibt sich die fröhliche Hochzeitsgesellschaft zu den Autos um im Corso aufzubrechen. Der Griesgram versucht noch einmal anzukommen und will wissen ob wir jetzt auch alle Kopftücher tragen sollen. Ich antworte ihm fröhlich, das wäre keine schlechte Idee, so manch einem verbrennt die Sonne sonst das Hirn und meine Oma hat auch öfter mal Kopftuch getragen. Dann flüchten wir schnell um dem vorbeifahrenden Brautpaar auf noch zu winken und ihnen Glück und einen schönen Tag zu wünschen.
Der Corso biegt unter lautem Hupkonzert ab und wir ziehen wieder heimwärts, etwas verzaubert von den fremdartigen Klängen.

Zurück bleibt ein kopfschüttelnder alter Mann auf einem Fahrrad, der vermutlich gerade seinen alten Zeiten vor 1945 nachtrauert…Gassibilder_1D4_0022-3

Mai 282018
 

Schießplatzheide_1D4_0113Der Festsaal war festlich geschmückt, viele Zuschauer hatten sich eingefunden, ganze Schulklassen warteten ungeduldig und aufgeregt darauf, dass die angekündigten Startenöre die Bühne betreten würden. Schießplatzheide_1D4_0067Schießplatzheide_1D4_0086
Leise setzte das Schwirren der Begleitmusik ein, Stille senkte sich über den Zuschauerraum, das Gemurmel und Gewisper der Zuschauer verstummte nach und nach. Schießplatzheide_1D4_0079Dann trat mit seiner klaren Spintotenor StimmeSchießplatzheide_1D4_0115 Lassfrü Mückiwecki auf die Bühne und eröffnete mit seiner Ouvertüre das Konzert. Sogleich begleitete Der Tenor Peter Froschquak die Melodie und beide Stimmen ergänzten sich meisterhaft im folgenden Duett.
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Inzwischen hatte der Countertenor Quakbert Krote das Schießplatzheide_1D4_0187Bühnenbild betreten und begeisterte mit seiner Arie das Publikum. Das anschließende Quartet zusammen mit dem Bariton Reqato Mismatschi riss da die Zuhörer förmlich von den Sitzen. Nach einer kurzen Pause setzte Quakbert den Vortrag mit seinem Couplet fort um gleich danach im Duett mit Mückiwecki zum berauschenden Finale in das sich wieder alle Sänger einstimmten den Vortrag zu einem berauschenden
Schießplatzheide_1D4_0251Abschluss zu bringen.

Nach einem kleinen Augenblick überwältigter Stille verließen die Künstler unter tosendem Applaus die Bühne.

Schießplatzheide_1D4_0214Schießplatzheide_1D4_0233

Okt 052017
 
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Am Anfang stand der Wunsch, einmal ein Leitzobjektiv zu haben.

Focotar_IMG_5286Der erste Versuch wurde ein ziemlich vermacktes Focotar, welches sich aufgrund der Verpilzung als unbrauchbar erwies. Dann war längere Zeit nichts, denn von Vergrößerungs- und sonstigen Fotofremden Objektiven hatte ich erst einmal die Nase voll. Richtige Kameraobjektive von Leica bewegen sich in Preisregionen, die mir für einen Versuch zu teuer waren.

Im September stieß ich auf eine Ebay-Anzeige an der ich einfach nicht vorbei kam. Für 25€ erstand ich aus ehemaligen Schulbeständen einen Diaprojektor Von Ernst Leitz, der späteren Firma Leica.
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Im Internet hatte ich schon öfter Bilder, die mit Projektionslinsen entstanden sind bewundert und so versuchte ich das Objektiv an die Canon zu bringen. Der erste Tiefschlag war das Gewinde. Das Objektiv steckt in einem Fokussiertubus, welcher statt des erwarteten M39 ein M52 Gewinde hatte. Für M39 hätte ich einen Adapter auf EF gehabt, M52 war nichts zu finden.
Was tun? Von anderen Versuchen besaß ich noch einen, selbstgedruckten Adapter mit einer Art Konus. Richtig, da passte das massive Gußgehäuse ran und ich konnte die ersten Testbilder aufnehmen.
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Ich war furchtbar enttäuscht – das war ja alles unbrauchbar! Keine Schärfe und durch Herausdrehen des Objektivs in der Fokussiereinrichtung war auch keine richtige Schärfe zu erreichen.
Durch den zusätzlichen Abstand meines Behelfsadapters war die Linse viel zu weit weg um Schärfe zu erzeugen. Durch die fehlende Blende hatte ich auch keine Möglichkeit durch abblenden Tiefenschärfe zu erzeugen.
TubusDer nächste Versuch sollte den Originaltubus näher an den Sensor bringen, doch auch die 20mm der rasch gedruckten EF-Zwischenringes waren noch zu weit, was nun?
Dimaron_IMG_7825Ich kramte meine wenigen Modellierkenntnisse zusammen und konstruierte in Tinkercad einen Tubus mit der passenden Länge, die ich vorher durch vorhalten des Objektives vor die Kamera grob bestimmte. Mein Tubus sollte eine Länge von 125mm haben. Diesen Tubus verschmolz ich mit einem importierten STL-Modelles eines Zwischenrings aus Thingiverse um mir auf einfache Art und Weise das EF-Bajonett zu besorgen.
Darin saß das Objektiv nun ziemlich fest, da Tinkercad nur sehr grobe Facetten exportiert. Aber nach längerem Abschleifen und Anpassen hatte ich einen Focussiertubus mit dem mir die ersten annehmbaren Aufnahmen gelangen.
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Dimaron_IMG_7827Durch die fehlende Blende hat das Objektiv zwar eine große Lichtstärke von 2,8 aber dafür so gut wie keine Tiefenschärfe. Bei einem Fokussierversuch bemerkte ich, dass ich wenn ich mit meinen Finger einen Teil des Objektives verdeckte, sehr viel mehr Tiefenschärfe bekam. Also vermaß ich das Objektiv und druckte mir eine Objektivkappe mit einem Loch. Damit hatte ich so etwas wie eine feste Blende. die erste Blendenkappe bestimmte ich eher nach Gefühl mit 30mm und das Ergebnis ging in die richtige Richtung. Über Wikipedia fand ich die Formel zur Berechnung der Blendenzahl und so entstand der Plan, eine Reihe von Blendenkappen zu drucken.
Doch schon bei der dritten Kappe fand ich das sehr umständlich.
Im 3D-Druckmodellverzeichnis Thingiverse hatte ich schon einmal Irisblenden als Dosenverschluss gesehen und so machte ich mich wieder auf die Suche, nach einer Blende. Im Steampunk Umfeld wurde ich fündig. Die Grundplatte dieses Modelles verschmolz ich wieder mit einer meiner Blendenkappen und heraus kam meine selbstgebaute Irsiblende mit einer Blende von ca. 4,8 – 22.Dimaron_IMG_0834
Damit konnte ich nun in einem Bereich zwischen ca. 10m und 1cm scharf stellen. Von den Bildern bin ich nun restlos begeistert.
Ich bin gespannt, wie sich das Objektiv im weiteren Einsatz macht. Als Erweiterung denke ich über eine genauere Focussierung mittels Zahnstangenantrieb und einem geteilten Tubus nach.
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