Nun ist sie also ausgeformt und in Stücke geschnitten.
Für ein Erstlingswerk gar nicht mal so schlecht, finde ich. Die Farbe hat von einem hellen crembeige zu sattem braun mit leichtem Rotstich und dunkelpraunen Punkten gewechselt. Ich vermute, die Punkte sind die gemahlenen Quittenkerne, die ich wegen deren hautpflegender Wirkung mit eingearbeitet habe.
Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen, mit einem der Randstücke schon mal meine Hände zu waschen. Glücklicherweise habe ich keine sehr empfindliche Haut, so dass mir die frische alkalische Seife nicht viel ausgemacht hat.
Angenehm ist sie und ergibt einen sehr schönen cremigen Schaum. Leider ist vom Quittenduft nicht viel geblieben. Ich werde mir da noch einiges überlegen müssen. Zwischenzeitlich habe ich Rezepte eines Quittenöls gefunden, das durch Mazeration der Quittenschalen gewonnen wird. Das werde ich unbeding nächstes Jahr ausprobieren. Wie auch noch viele andere Versuche auf meiner Liste stehen, wie Johanniskrautöl, Ringelblumenöl, Salbeiöl und andere Kräuter. Ich möchte sowenig als möglich auf künstliche Duftöle ausweichen müssen, was allerdings bei Quitte unumgänglich scheint.

7:30Uhr – ich kann beim besten Willen nicht mehr liegenbleiben. Trotz der Knallerei draussen habe ich erstaunlich gut geschlafen und finde, es ist eine schöne, stille Art, das neue Jahr zu begrüßen. Ich nehme meine Sachen und schleiche mich aus dem Schlafzimmer.
Laptop an, eine erste Tasse Kaffee dazu und die Gewissheit, dass gewiss vor halb zwölf niemand aus dem Bett kriecht.
Der Gedanke daran, dass heute der erste Tag des neuen Jahres ist verleiht eine besondere Stimmung. Ich beschließe für die Schläfer Neujahrsbrezen zu backen.
Der Hefeteig ist Standardprogramm:
500 g Mehl
Ein Tütchen Trockenhefe
100 g Butter
1 TL Salz
2 – 3 TL Zucker
300 ml lauwarme Milch
Ein Eigelb zerquirlt zum Bestreichen
Die Kunst besteht im Schlingen der Brezenform, ich gebe zu, dass ich darin kein Meister bin aber wichtig ist ja, dass es schmeckt ;).
Eine halbe Stunde später ist das Gebäck fertig. Der Duft zieht durch’s Haus und holt die ersten Schläfer aus ihren Betten. Gibt es eine schönere Weise, das neue Jahr zu begrüßen? Für mich nicht! Willkommen 2011!
