Sep 302013
 

Ich repariere gerne kaputte Sachen, vorausgesetzt da steckt kein Druck dahinter. Wenn die Geschirrspülmaschine streikt, die Kaffemaschine den Geist aufgegeben hat oder die Waschfee im Keller nicht mehr abpumpt, dann gehören diese Dinge weniger zu den Reparaturen, die ich aus Spaß ausführe.

Kürzlich habe ich mir bei Ebay eine digitale Spiegelreflexkamera von Canon 20D ersteigert, die als Defekt mit der Fehlermeldung „Error99“ angeboten wurde. Für etwas über 40Euro bekam ich den Zuschlag für ein ehemaliges Topmodel der zweistelligen Semi-Profi-Serie.

Der Error99 ist ein besonderer Fehlercode, der viele Ursachen haben kann und eigentlich nur soviel aussagt wie „irgendwas stimmt nicht“. Zahllose Foren-Beiträge und Internetseiten befassen sich mit diesem Thema.

Mit Spannung erwartete ich deshalb die Lieferung.

Ich war etwas erleichtert, als ich sporadisch einmal auslösen konnte und auch der Bildschirm sich zeigte. Es war also kein defekter Verschluss, der sich oft hinter diesem Fehler versteckt und auch die Auslösetaste schien in Ordnung zu sein. Der Prozessor sollte auch funktionieren, denn ohne diesen hätte ich wohl keine Bildschirmanzeige erhalten. Eine CF-Karte lies sich problemlos einlegen und der Kartenslot hatte keinerlei Defekte auch die kleine Datenhaltebatterie brachte nach dem Austausch keine Besserung. Nachdem ich dann noch die Kontakte zum Objektiv gereinigt und ein garantiert funktionierendes Objektiv aufgesetzt hatte waren alle bekannten und geläufigen Ursachen abgearbeitet.

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Ich entschloss mich dazu, die Kamera zu öffnen und nach der Fehlerursache zu suchen. Nach dem Lösen der Schrauben auf der Rückseite (eine ist hinter dem Griffgummi versteckt, den man dazu abziehen muss) konnte ich den Deckel abnehmen und erhielt schnell einen Eindruck davon, was mit der Kamera passiert sein könnte.
Der hintere Gehäusedeckel zeigte deutliche Korrosionsschäden, entweder durch Kondenswasser oder durch einen andersartigen Wasserschaden.

Da ich die Kamera schon einmal auslösen konnte, hatte ich Hoffnung, dass nicht all zu viele Bauteile betroffen sein würden. Ich löste die Schrauben und Flachbandkabel der Platine direkt unter der korridierten Stelle. Die Rückseite war mit einem Blechdeckel geschützt, den ich ablöten konnte. Darunter zeigte sich die vermutliche Fehlerursachen. Korrosion an den Anschlüssen des Chips und in den Gehäusen einiger Flachbandkabelanschlüsse. Ein Reinigungsversuch mit demineralisiertem Wasser und Isoprpylalkohol schuf jedoch keine Abhilfe, deshalb suchte ich im Internet nach einem geeigneten Ersatz.

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Laut Beschriftung benötigte ich das PCB C-Board CG2-1290-000 000. Eine Anfrage bei der Herbert Geissler GmbH, die mir schon Ersatzteile für Objektive geliefert hatte, erbrachte, dass die Platine von Canon nicht mehr lieferbar wäre, also blieb wieder einmal Ebay als Quelle. Bei einer Firma aus Kanada wurde ich fündig, welche das C-Board für 45Dollar, ca. 35Euro zu mir lieferte.

Mit Spannung erwartete ich die Lieferung, welche sich immerhin 14 Tage Zeit lies.

Der Einbau des Bords war dann schnell erledigt, man benötigt etwas Fingerspitzengefühl um alle Flachbandkabel wieder anzubringen, der richtige Platz dafür ergibt sich aus Länge und Lage der Kabel von selbst. Die kleinen Klapdeckel der Flachbankabelsteckplätze sind hier besonders empfindlich und können sehr leicht brechen. Da ich diese Erfahrung jedoch schon an anderer Stelle machen musste, gelang es mir diesmal alles ohne größere Probleme wieder zu befestigen.

Schnell noch die Rückwand anstecken, Akku einlegen und – die Canon machte es spannend. Der Akku war entladen und musste erst neu geladen werden, da ich nur einen davon habe.
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Am nächsten Morgen dann der spannende Moment. Objektiv aufsetzen, Akku einlegen einschalten und: „Klick“ machte die Kamera und ich hatte ein weiteres sinnloses Bild meines Schreibtischchaos geschossen! Es ist jedesmal wieder ein erhebendes Gefühl, so ein Gerät, das andere wohl in die Tonne entsorgt hätten wieder zum Leben zu erwecken!
Als nächstes „Opfer“ für ein Testbild musste die Bürokatze Schoko herhalten.

Die Kamera, die im Jahr 2004 auf den Markt kam, also fast 10 Jahre alt ist lieftert immer noch brilliante Bilder und kann sich durchaus mit den modernen Vertretern der Gattung messen, wenn man mal davon absieht, dass das Display winzig ist und ihr zum derzeitigen Canon-Standard 10 Megapixel fehlen. Aber mal ehrlich: Wer druckt schon seine Bilder immer als Fototapete aus? Für ein Fotobuch, eine Diashow, ein normales Bild oder auch ein Poster sind die 8 Megapixel der Canon 20D allemal ausreichend.

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Sep 112013
 

[singlepic id=270 w=320 h=240 float=left]Letzten Samstag haben wir uns – trotz der zahlreichen Baustellen wieder einmal in die Augsburger Innenstadt gewagt. Ich habe mein neues Lieblings-Objektiv mitgenommen und ind er Wartezeit, bis Hanna den Wolladen wieder verlassen hat ein schönes Plätzchen am Merkurbrunnen gefunden.

Die Sonne schien allen Schwarzmalern zum Trotz und heizte nochmal richtig ein. Nicht nur ich kam ins Schwitzen – auch eine Schar Spatzen, die das Gratis-Bröselangebot der Straßenkaffee’s nutzten hatten wohl reichlich Erfrischung und Abkühlung nötig. Der alte Prachtbrunnen bot sich aber auch geradezu an, als gewaltiges Vogelbad mit Dusche, das auch die Tauben gerne nutzten

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Sep 052013
 

Vor einiger Zeit habe ich in einem Forum Aufnahmen gesehen, die mich faszinierten. Zeitrafferaufnahmen, wie man sie von einigen Natursendungen kennt, jedoch in einer atemberaubenden Perfektion und Brillianz. Als alter Super8-Filmer hatte ich mir bisher nie größere Gedanken darüber gemacht; An meiner Kamera hatte ich einen Schalter, der den Film bis auf 3Bilder / Sekunde bremste und fertig war der Zeitraffer.
Heutzutage wird so etwas jedoch sehr viel anders hergestellt. Digitale Kameras und digitale Nachbearbeitung machen Effekte möglich, die einen manchmal schwindeln lassen.

Wie wird nun so eine Timelapse Aufnahme hergestellt?

Vereinfacht gesagt bringt man seine Kamera dazu, alle paar Sekunden ein Bild zu schießen. Diese Bilder werden dann als Diashow mit einer Geschwindigkeit von 15 – 30 Bilder pro Sekunde abgespielt und damit hat man seinen ersten Zeitraffer-Video erstellt.

In der Praxis stellen sich dann doch einige Schwierigkeiten heraus: So hat meine Canon 650D gar keine Einstellung um sogenannte Intervallaufnahmen zu machen. Standardmäßig wird hier entweder der PC und das mitgelieferte EOS-Utility eingesetzt oder aber man rüstet sich mit einem der angebotenen Fernauslöser aus, die diese Funktion ebenfalls beinhalten. (Hier schiele ich etwas neidisch zu Nikon, die diese Funktion integriert haben.
Aber es geht noch einfacher. Für Canon-Kameras existiert eine Firmware-Erweiterung Magic Lantern die den Funktionsumfang von Canon-Kameras erweitern kann – unter anderem um eben diese Funktion Intervallaufnahme. Glücklicherweise gibt es schon erste Alpha-Versionen für die 650D und so habe ich mir diese auf die Kamera geholt.
Dann wird natürlich ein möglichst stabiles Stativ benötigt und viel Zeit.

Für meinen Zeitraffer-Video habe ich die Bilder mit 24 fps (Frames per sekunde) abgespielt, was bedeutet, dass ich für 1 Sekunde Video 24 Aufnahmen machen muss. Als alte Filmerregel hatte ich noch im Kopf, dass eine Szene minimal 3 Sekunden dauern sollte, das heisst für eine kurze Szene brauche ich 3 x 24 Bilder also 72Bilder. Da 3 Sekunden Szenen jedoch auch noch sehr kurz sind, plane ich einmal eine 10 Sekunden Szene, 240 Bilder also. Nun entsteht der Zeitraffer Effekt aber auch dadurche, dass zwischen den einzelnen Aufnahmen einige Sekunden vergehen sollen, was dann bedeutet, bei meiner ersten Testeinstellung 240 x 5 Sekunden = 1200 Sekunden oder um es griffiger auszudrücken: Für die 10Sekunden Szene knipst die Kamera 20Minuten lang vor sich hin.
Es empfiehlt sich deshalb auch noch ein Campingstuhl und ein gutes Buch mit zu nehmen.

Mit diesen Bildern geht es dann zurück an den heimischen PC zur Bearbeitung. Ich arbeite mit Lightroom und mein derzeitiger Workflow ist auf dieses Tool ausgerichtet. Die Bilder einer Szene werden nun in Lightroom in einen eigenen Ordner importiert. Dann suche ich mir ein repräsentatives Foto und bearbeite dies nach meinem Geschmack.
Anschließend wechsle ich zurück in das Bibliotheksmodul, markiere mit Strg & a alle Bilder im Ordner, rufe mit der linken Maustaste das Kontextmenue auf und wähle Einstellungen synchronisieren aus. Im nachfoldenden Dialog selektiere ich die Entwicklungseinstellungen, die ich in meinem Referenzbild vorher verändert habe und übertrage diese auf die gesamte Bilderserie.

Nun sind die Bilder vorbereitet und ich wechsle in das Diashow-Modul. Hier tritt nun ein Problem auf, denn Lightroom lässt normalerweise keine Dialänge < 0,1Sekunden zu. Das würde bedeuten, die höchstmögliche Framerate wäre 10 fps was leider sehr unschöne Ruckler ergibt. Hier kommt der erste Trick ins Spiel, denn diese Begrenzung lässt sich durche eine Einstellungsdatei, im Prinzip eine gespeicherte benutzerbezogene Voreinstellung umgehen. Ich habe solche Einstellungsdateien bei gwegener.de gefunden, eine hervorragende Seite wenn man sich näher mit dem Thema beschäftigen will.
Mit diesen Vorlagen lassen sich Diashows mit bis zu 30fps erzeugen und als HD-Videos exportieren.

Mit diesen minimalen Voraussetzungen habe ich nun zu testen begonnen und ermutigende Ergebnisse herausbekommen. Zugegeben, noch lange nicht die Qualität meiner Vorbilder aber immerhin ein erster Schritt.