Jun 072017
 

Katze, ich bin schwer enttäuscht und erschüttert. Vor einem Jahr hatte ich Dich kennengelernt; 3_IMG_8677Eine seröse, zufriedene friedlich schnurrende Katze. Der Liebling aller Leute und was ist aus Dir geworden? Sag mir warum???
Ist Dir der Ruhm zu Kopfe gestiegen, suchtest Du den Kick, den Adrenalistoß, warst Du des ruhigen satten Lebens überdrüssig? Glaubtest Du gar, als lokale Berühmtheit über den Gesetzen zu stehen? Ich muss sagen, ich bin am Boden zerstört und mein Vertrauen ist erschüttert.
Gab es denn nichts, was Dich hätte zurückhalten können? Wer denkt nun an die vielen vielen Fans, wenn sie davon erfahren – hast du überhaupt einen Gedanken an sie verschwendet? Ich fürchte, das Augsburger Kriseninterventionsteam wird überfordert sein. Konnte Dich denn nicht wenigstens diese kindliche Vertrautheit, der unschuldige Blick abhalten? Erschwerend kommt hinzu, dass ich das Opfer auch noch kannte. Gassibilder_IMG_5979Noch wenige Minuten vorher hatte es sich mir vertrauensvoll genähert um zu sehen, ob ich nicht Futter dabei hätte. Oder hatte es da schon geahnt, dass es von Dir verfolgt und bedroht wird und suchte Schutz und Hilfe bei mir? Ich mache mir deshalb selbst heftige Vorwürfe. Ich mag mir gar nicht ausmalen, welche Tumulte entstehen, wenn diese Tat auch noch rassistische Hintergründe hätte…
Bei Dir kann ich ja leider nicht behaupten, dass Du aus Hunger und Not gehandelt hättest, denn nur wenige Tage zuvor hast Du uns allen stolz gezeigt, wie gut Du von Deinem Frauchen versorgt wirst. Überhaupt – Dein Frauchen; Hast Du einen Gedanken daran verschwendet, wie enttäuscht sie sein wird, was Sie empfindet ob der offensichtlichen Missachtung ihrer Versuche, dich gut zu versorgen? War ein voller Bauch das wert?
Oder war es eine Beziehungstat – hast Du Dein Opfer womöglich nur entführt und eingekerkert und dann erst getötet, weil es Deine Liebe nicht erwiderte? Wie auch immer, Du wirst Unterstützung der juristischen Fakultät benötigen, sollte ich mich dazu durchringen, diese Bilder jemals auf Facebook zu veröffentlichen. Noch zögere ich und mag mir nicht ausmalen, was Deine ruchlose Tat bei den vielen unschuldigen Studenten auslösen könnte und dann denke ich mir wieder, ob ich damit möglicherweise einen gefährlichen Serienkiller decke?
Sei gewarnt, ich werde Dich weiter im Auge behalten!

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Aug 052014
 

Manchmal packt es uns und selbst ich verspüre den Wunsch nach einem Stadtbummel. Da mich die Einkaufsmöglichkeiten kaum reizen, muss natürlich die Kamera mit. Nach einigen Irrwegen rund um den Königsplatz finden wir sogar einen freien Parkplatz mit relativ günstigem Parkautomat. Höchstparkdauer 2 Stunden – das wird knapp, muss aber reichen.
Über den neuen Königsplatz geht es Richtung Innenstadt. Wir hatten geplant, in der Stadt zu frühstücken, also geht es gleich mal in die nächste Filiale einer bekannten Großbäckerei. Nachdem wir uns Kaffee und Latte Macciato bestellt hatten, merkten wir, dass es hier hein Frühstück gibt, nur das normale Bäckersortiment. Also werden Verhungernde mit einer Rosinensemmel abgespeist und wir mache uns auf, Richtung Fußgängerzone mit dem Vorsatz demnächst „richtig“ zu frühstücken.
handwerkerweg_IMG_1102Nachdem die Hürde „Lush“ passiert ist und auch die kleinen Boutiken ausgiebig gewürdigt wurden, fällt mir ein, dass ich meinen Büchereiausweis verlängern müsste und die ist ja gleich um die Ecke.
Wir nehmen den Weg über den Stadtmarkt und trennen uns dort kurz. Ich habe Gelegenheit, einige der vielen Augsburger Baustellen zu bewundern und stelle fest, dass ich mich gar nicht mehr richtig auskenne, vor lauter Umleitungen und Neugestaltungen. Das Einkaufserlebnis unterscheidet sich doch erheblich von einem Einkaufsbummel bei Amazon.
Nachdem ich den Kassenautomaten der Bücherei gefüttert habe, treffen wir wieder auf dem Stadtmarkt zusammen; Oma und Opa… Oma hat Pastinaken und mehlige Kartoffeln für das Enkelkind gekauft und der Opa Birnen für Birnenmus…


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Nicht nur Zeitgenossen mit Sehnsucht nach Frische und Natur haben sich auf dem Markt eingefunden, auch die Marktspatzen sind überall und sehen, dass sie zu Ihrem Recht kommen. Allein der Markt lädt zum Verweilen ein, doch wir haben ja noch so viel vor…

Es geht weiter in Richtung Gänselieselbrunnen, den ich gerne mal auf einem Foto verewigen möchte – vormittags um 11Uhr ist aber scheinbar ein schlechter Zeitpunkt dafür, es will mir nicht gelingen den Brunnen richtig ins Bild zu setzen. handwerkerweg_IMG_1110Neben der Goldschmiede Werner hat ein italienischer Spezialitätenladen eröffnet – sehr passend, wie wir finden und wir beschließen das ausgefallene Frühstück in ein frühes Mittagessen umzuwandeln.
Wir machen es uns an einem Tisch gemütlich und sehen den Leuten beim Vorbeilaufen zu. Die Kellnerin bringt Sandwich mit Roastbeef und Prosciutto cotto, ein Bagger fährt an uns vorbei…
Von meinem Platz aus habe ich nicht nur Blick auf die beeindruckende Hausfassade, sondern auch auf den Gänseliselbrunnen und ich versuche nochmals ein Bild davon zu bekommen – vergeblich, Fahrräder, Fußgänger, noch ein vorbeifahrender Bagger versperren die Sicht. Als dann noch eine Planierraupe vorüberfährt fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Wir sitzen an der Augsburger Hanwerkerstraße, wie ein Schild an der Goldschmiede verkündet.
Insgesamt 5 Baufahrzeuge zählen wir und uns wird klar: „In Augsburg wird gebaut!“ Beim Zahlen erklärt uns die Bedienung noch ganz zuvorkommend: „Heut Abend isch noch ein historisches Fescht in Augschburg, das Wertachbrucker Tor Fescht“ Fall Sie dann noch in Augschburg sind…“ Etwas alemannischer Dialekt meinber Frau und eine umgehängte Kamera machen uns anscheinend zu Touristen. Oder ist es eher die entspannte Stimmung, die sich langsam breitmacht?
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Gestärkt geht es weiter zu unserem bevorzugten Bücherladen, den ich immer wieder gerne aufsuche, obwohl ich mittlerweile bevorzugt E-Books lese. Im Vorbeigehen fotografiere ich einige der prächtigen Hausmadonnen, die über dem ganzen Trubel thronen, zwei junge Mädchen sehen erstaut in die Richtung in die meine Kamera zeigt und im Vorbeigehen höre ich: „Jetzt hab i aus Versehen au amal a Haus angschaut“. So kanns gehen, aber das ist ja zum Glück ungefährlich und ohne Nebenwirkungen.
Nach ausgiebigem Bücherstöbern wird es Zeit Richtung Parkplatz zu gehen. Bepackt mit mehreren Kilos Kartoffeln, Äpfel, Birnen und Patinaken halten wir noch kurz an einem Handarbeitsgeschäft an um dann recht zügig am Zeughaus vorbei unseren Parkplatz anzusteuern. Geschafft! Auf die Minute pünktlich sitzen wir im Auto und wenden uns Richtung Heimat.
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Aug 032014
 

Herkulesbrunnen_IMG_0950Sonntag morgen, 8:45Uhr in Augsburg. Die Maxstraße ist verwaist, Haufenweise Parkplätzer zum Aussuchen. Ich parke mein Auto und packe meine Fotoausrüstung aus. Vereinzelt schlendern Menschen durch die Straße und ich überlege ob sie auf dem Nachhauseweg sind oder zu einem frühen Frühstück unterwegs sind. Den Gedanken, sie könnten zum Ulrich in den Gottesdienst gehen, verwerfe ich gleich wieder, nicht mit diesem Gesichtsausdruck. Ich überprüfe das Parkschild: Prima, zahlen nur an Werktagen, heute ist Sonntag. Meine Ausrüstung baumelt inzwischen um mich herum und ich nähere mich dem Objekt meiner Fotosession. Der Herkulesbrunnen liegt einsam und verlassen, netterweise ist der Platz drumherum frei von Partyresten und nur ein Bus der Augsburger Verkehrsbetriebe stört die Innenstadt-Idylle. Ich beginne mit meinem Standardobjektiv und suche einen Platz, der gerade noch auf der Verkehrsinsel liegt vor dem Brunnen auf – dort platziere ich mein Stativ. Inzwischen fährt ein erstes Auto langsam am Brunnen vorbei, fährt kurz langsamer, umrundet den Brunnen und fährt wieder in die Richtung aus der es kam. Kurz darauf höre ich Autotüren und Kindergeschrei.
Im nahegelegenen Hotel 3 Mohren erheben sich hartgesottene Frühstücksgäste von ihrem Tisch auf dem Gehsteig.
Ich schieße ein paar erste Probebilder und entschließe mich das Weitwinkelobjektiv aufzuschrauben. Währenddessen wird der Verkehr lebhafter, viele Fahrzeuge machen langsamer, einige umrunden die Verkehrsinsel. Auf dem Gehweg nähert sich die Familie mit einem Zwillingskinderwagen und einer Systemkamera um den Hals. Zielstrebig überqueren sie die Straße in Richtung Brunnen. Macht mir nichts aus – ich bin dazu übergegangen mit größerer Brennweite Detailaufnahmen zu machen, die werden mir nicht im Weg sein – eher umgekehrt.
Ein älteres Ehepaar nähert sich aus Richtung Hotel, in der Hand eine Kompaktkamera um den berühmten Brunnen zu fotografieren, auf dem Hotelvorplatz hat ein Mercedes angehalten um Gepäck einzuladen, währenddessen kommen laut schnatternd einige Kinder im Teenager-Alter in Richtung Brunnen, ihre Handys und Tablets tragen sie fotografierbereit vor sich her. Der Zwillingsvater hat inzwischen seine Familie vor dem Brunnen postiert um sie abzulichten, das ältere Ehepaar diskutiert aufgeregt über die Bedienung der, offenbar erst kürzlich angeschafften Kompaktkamera.
Ich sitze jetzt unmittelbar am Brunnen um aus einer tiefen Perspektive heraus die markanten Gesichtszüge des Herkules zu fotografieren, und versuche dabei der Asiatin auszuweichen, die neugierig zu mir herüberäugt.
Sie hält mir Ihre Kompaktkamera hin und bittet mich, ein Foto von Ihr zu machen. Ich tue Ihr den Gefallen in der Hoffnung, dass die fotografierende Menge nicht auf meine Ausrüstung tritt. Nachdem ich nach der Kompakten auch Ihr Handy zum Fotografieren bekommen habe, verabschiedet sie sich mit einem mandeläugigen Lächeln und ich kämpfe mich durch die Menge zurück zu meinem Fotostativ.
Ein Glück, dass ich meine Panoramabilder schon hnter mir habe, denke ich und packe meine Ausrüstung zusammen. Der Zwillingsvater dirigiert immer noch seine Familie vor dem Brunnen hin und her, das ältere Ehepaar hat nun wohl den Einschaltknopf gefunden und fotografiert sich gegenseitig, die Teenagerschar wird zum Auto zurück gerufen, ein jüngeres Pärchen mach Selfies mit ausgestrecktem Arm, mehrere Jugendliche mit Kaffeebechern posieren auf den Brunnenstufen.
Meine Fotosession ist dann wohl beendet. Ich fange mit dem großen Tele noch einige Details aus weiterer Enfernung ein, dann kehre ich zum Auto zurück. Aus der Ferne sehe ich noch die Asiatin – immer noch glücklich lächelnd auf Ihr Handydisplay starren, während ich mich in den Verkehr einfädle und im Rückspiegel den Kampf dreier Fahrzeuge um meinen freigewordenen Parkplatz beobachte, dann biege ich ab, den Milchberg hinunter Richtung Heimat. Es ist 9:30Uhr.

Sep 112013
 

[singlepic id=270 w=320 h=240 float=left]Letzten Samstag haben wir uns – trotz der zahlreichen Baustellen wieder einmal in die Augsburger Innenstadt gewagt. Ich habe mein neues Lieblings-Objektiv mitgenommen und ind er Wartezeit, bis Hanna den Wolladen wieder verlassen hat ein schönes Plätzchen am Merkurbrunnen gefunden.

Die Sonne schien allen Schwarzmalern zum Trotz und heizte nochmal richtig ein. Nicht nur ich kam ins Schwitzen – auch eine Schar Spatzen, die das Gratis-Bröselangebot der Straßenkaffee’s nutzten hatten wohl reichlich Erfrischung und Abkühlung nötig. Der alte Prachtbrunnen bot sich aber auch geradezu an, als gewaltiges Vogelbad mit Dusche, das auch die Tauben gerne nutzten

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