Jan 162011
 

Lange geplant, gerätselt und im Forum besprochen ging ich heute daran meine zweite OHP-Seife zu sieden.

Eigentlich gefällt mir ja der kaltgerührte Prozess besser, aber die Lavendelseifen waren so schnell weg, dass ich einfach „Nachschub“ am Waschbecken brauchte…
Bei der Gelegenheit kam dann auch gleich die neue Seifenform zum Einsatz.

Ich belegte also heute nachmittags die Küche, mit ehelichem Segen, um die nächste Seifenkreation zu erschaffen.
Nach meinen ersten Versuchen wollte ich nun auch einmal mit Farben und viel Düften arbeiten.

Mein heutiges Rezept – mit Unterstützung von lovelylizard aus dem Natuseifenforum:

  • 240g Kokos
    640g Reiskeimöl
    480g Fettstange (würde dann 24% Palmöl und 6% Rapsöl entsprechen)
    80g Kakaobutter
    80g Aprikosenkernöl
    48g Rizinusöl
    32g Babassu

    207g NaoH (für ca. 10% überfettung)
    536g Ringelblumentee
    2 TL Zucker

    30g PÖ Kirschtraum (1,8%)
    Backaroma Butter-Vanille
    3 Messerspitzen öllösliche Farbpigmente rot

  • Das Abwiegen und Schmelzen der Fette war schon Routineprogramm, beim Anrühren der Lauge jedoch geschah das erste Missgeschick: Unter dem Messpecher, den ich zum Anrühren benutzte fand sich mit einem Mal eine Pfütze! Panik! War der Becher bei den hohen Temperaturen – 85Grad C zeigte das Thermometer – kaputtgegangen? Schnell die Lauge in einen anderen Behälter umgefüllt, die Pfütze mit Küchenpapier aufgenommen, Essig über die Stelle und dann den neuen Laugenbehälter in eine der bereitstehenden Schüsseln gestellt und mit eiskaltem Wasser heruntergekühlt. Dabei natürlich das Rühren nicht vergessen! Danach das zweite Missgeschick: Mein tolles digitales Thermomether fiel komplett in die Lauge und gab prompt seinen Geist auf. Also schnell abgewaschen, wieder Essig drüber, alles nochmals gewaschen, Batterie raus – alles getrocknet und Batterie wieder rein – nichts! Merke:
    Lauge + Elektronik = nicht gut!
    Ich habe das Thermomether dann schnell in ein Säckchen mit Reis gesteckt – bei einem versehentlich mitgewaschenen IPod hat das mal funktioniert. Ich werde morgen sehen, ob’s geklappt hat.
    Weiter, wieder zurück zur Seife, nun halt mit Schätztemperaturen.
    Beim Öl war „handwarm“ natürlich gut mit Finger reinstecken zu testen, aber die Lauge??? Da wollte ich nur höchst ungern die Finger reinstecken, denn ich brauche meine Finger noch. Die habe ich schliesslich nicht jahrelang vor der Kreissäge geschützt, (naja, fast…) um sie dann in der Küche zu verlieren!
    Ich habe mich also auf die Temperatur des Messbechers verlassen.
    Schliesslich kam der „große“ Moment und die Lauge kam zum Fett. Ich finde das immer wieder herrlich, wenn die Masse sich färbt und die Konsistenz von Vanillepudding annimmt. Diesmal stimmte sogar die Farbe und ich konnte mich nur schwer beherrschen, mal ein klitzekleines Löffelchen zu probieren…

    Da ich eine OHP-Seife haben wollte, kam der Topf nach dem Zeichnen der Seife dann in den, auf 110 Grad vorgeheizten Backofen. Die Zeit stellte ich vorerst auf 30 Minuten ein. Natürlich konnte ich mich nicht beherrschen und habe vorher schon nachgesehen. Auweia! Nach ca. 15 Minuten war die Masse fest wie Butter und mein erster Hilferuf hallte durch das Seifenforum. Ich sah mich im Gesite schon ungefärbte, unbeduftete Seife in Kochtopfform aufschneiden. Da ich eh nichts machen konnte, saß ich nervös meine Daumen knetend vor dem Backofen. Tatsächlich – die Seife begann zu gelen. Die Farbe änderte sich, die Masse begann leicht glasig zu werden und auch die Einstichstelle vom Rührlöffel begann sich wieder zu verändern. „Heureka“ Ich wagte es, zu rühren und tatsächlich war der Seifenleim zwar nicht flüssig, aber doch gut durchzurühren.
    Nach 45 Minuten begann ich mich zu fragen, woran ich denn Merken sollte, dass es genug wäre. Also nochmals im Buch Naturseifennachgesehen: „Die Konsistenz von Vaseline“ stand da. Wenn mich meine Erinnerung nicht trog, begann meine Seife nach ca. 50 Minuten durchgehend dieses Aussehen zu zeigen. Nach 1 Stunde holte ich die Seife aus dem Backofen und füllte nach kurzer Abkühlphase schon mal einen Bodensatz in meine neue Form, da ich endlich auch einmal zweifarbige Seifen haben wollte. Da mich die Farbe so an Vanillepudding erinnert hatte, rührte ich hier spontan ein Fläschen Backaroma Vanille mit ein. Vanille-Kirsch, das stellte ich mir klasse vor!
    Die restliche Masse wurde noch einige Minuten lange gerührt um die Temperatur zu senken, dann kamen das PÖ und die Farbpigmente dazu.
    Oweh! Das Rot wollte gar nicht so aussehen, wie ich mir das vorgestellt hatte! Ein schrilles Pink war entstanden und lies sich auch nicht durch schnelles Nachkippen weiterem Pigments verändern. Ich gab nach der ersten Nachbesserung auf, denn schliesslich soll eine Seife ja in erster linie säubern und nicht die Hände rot färben.
    Nun ruht sie also in Ihrer neuen Form, eingewickelt in alte Handtücher auf der Heizung. Leider wurde die Oberfläche nicht mehr glatt, da werde ich schneiden müssen. Morgen werden wir sehen, wie dei neue Form und das Rezept sich bewähren. Das erste Probewaschen mit den Resten aus dem Topf macht jedenfalls Hoffnung. Der Schaum ist angenehm, die Farbe jedoch gewöhnungsbedürftig und die Meinungen über den Duft gehen von „WC-Duftstein“ bis „Hubba-Bubba-Kaugummi“.


    Jan 162011
     

    Angeregt durch einige Bilder gelüstete es mich nach einen neuen Seifenform. Ich hatte einige Bilder zweifarbiger Seifen entdeckt und die schienen mir nur durch eine andere Form realisierbar. Auch gefiel mir das, etwas rustikale Aussehen der Seifenstücke bei manchen Sorten nicht so gut und letztendlich war es der Spieltrieb, der mich dann dazu brachte.
    Auf irgend einer Seite – man möge mir verzeihen, dass ich die Adresse nicht mehr weiss – hatte ich schon einmal auf einem Bild solch eine Bauart gesehen.

    Meine Form sollte das Format einer, auf der Schmalseite stehenden Seife haben. Das Wunschformat war also schnell gefunden: 9x6cm hoch, von der Länge variabel sollte sie sein. Ich entschied mich für eine Länge von 60cm, das wäre bei einer nutzbaren Länge von 50cm ein rechnerisches Volumen von 2,7Litern.
    Auf meinem Einkaufszettel standen also
    2 Bretter im Format 12x60cm (Die Seitenwände)
    1 Brett 6x60cm (der Boden)
    4 Bretter 9x6cm (die Stirnseiten, sowie Unterteilungen)
    10 Schrauben M8 10cm lang (die Länge musste ich vor Ort nach der Materialstärke festlegen)
    10 Flügelmuttern M8
    Im Baumarkt entschied ich mich für Siebdruckplatten mit 15mm Stärke, die mir am geeignetsten erschienen.
    Mit dem Material im Gepäck und um ca. 15Euro ärmer fuhr ich wieder nach Hause.

    Ich legte die Seitenwände exakt aufeinander – mit der glatten Seite innen (die Siebdruckplatten haben eine glatte und eine rauhe Seite) und fixierte sie mit einer Schraubzwinge. Dann bohrte ich mit einem 8,5mm Bohrer 1,5 cm vom unteren Rand entfernt 8 Löcher, gleichmäßig über die gesamte Länge verteilt. Hinten und vorne kam oben, ebenfalls 1,5cm vom Rand, ein 9tes und das 10te Loch dazu. Dann steckte ich die Schrauben hindurch und drehte die Flügelmuttern leicht auf. Nun konnte ich die Zwinge entfernen, die beiden Seiten auseinanderziehen und den Boden einlegen. Durch die Schrauben kann er nicht nach unten durchfallen. Hinten und vorne kamen, dicht nach der Schraube die kleinen Trennstücke hinein. Die bleiben auch dort, wegen der Stabilität, weil sich sonst das Brett beim Spannen biegen würde. Ein weiteres 9×6 Trennstück benutze ich zur Unterteilung. Damit ich besser abschätzen kann, wie groß ich abteilen muss, habe ich mir die Längen gleich mit Edding auf’s Holz geschrieben. Theoretisch könnte ich in dieser Form auch zwei verschiedene Seifen machen.
    Fertig ist sie nun, ob sie sich im Einsatz bewährt wird die Kirschseife zeigen.


    Jan 152011
     

    Nachdem ich im Seifenforum so viel über Stempel gelesen habe, habe ich beschlossen, selbst einen zu bauen.
    Grundlage sollte eines der Sheepshirts-Motive werden, das mir meine Tochter zur Verfügung gestellt hat. Bei der Firma Pearl gibt es eine Spezialfolie. Diese wird dort verkauft unter dem Namen „Shrinky Duo Folie“. Sicherlich gibt es auch andere Anbieter, die soetwas anbieten, aber davon hatte ich mir bei Pearl einmal einen Bogen mitbestellt.
    Ich legte also die Folie in das Papierfach und schickte das Motiv zum Drucker. Da die Folie stark schrumpft, wählte ich als Motivgröße 8 x 8 cm.
    Anschließend wurde das Motiv mit Schare und Cutter ausgeschnitten. Den Backofen stellte ich auf 200Grad Unter- und Oberhitze ein, wie es in der Anleitung zur Folie zu lesen war. Das fertig ausgeschnittene Motiv sollte ursprünglich aus Kreis und dem Kopf bestehen, die Folie verzieht sich jedoch in sich selbst beim backen, so dass ich den Kreis weglassen musste.
    Im Aufgeheizten Backofen schrumpfen die ausgeschnittenen Teile in Sekundenschnelle. Nun hiesst es schnell sein und das Motiv wieder glätten, bevor es erkaltet. Ich erreichte das mit einem glatten Brett, das eich sofort nach Entnahme aus dem Ofen daraufpresste.
    Das Stempelmotiv war nun nur noch ca. 2 cm breit und dafür etwa 1,5 mm dick geworden.
    Vom Sheepshirts-Stempelshop „lieh“ ich mir einen Stempelgrundkörper aus und klebte meinen Seifenstempel mit Sekundenkleber auf die Unterseite. Nun lies ich das Ganze noch kurz trockenen und konnte gleich darauf meinen Stempel an der, noch weichen Schokoseife testen.

    Jan 142011
     

    Heute kam meine zweite Spreadshirt – Abrechnung, nachdem im Quartal 2/10 noch zu wenig Provision für eine Auszahlung bereitstand, in 3/10 schon 64,33 Eu erreichte das letzte Quartal 4/10 stolze 82,12Eu.

    Derzeit sind 303 Motive im Account, davon 297 auf dem Marktplatz. 38 Motive werden inzwischen in anderen Shops verkauft, am besten geht dabei das Schwein welches in 1 fremden Shop verkauft wird, aber dort immerhin schon 7 mal verwendet wurde und damit die Tabelle anführt.

    Gleich darauf folgen: Der Bär , der Igel und als Newcomer und Senkrechtstarter die Blume

    Insgesamt wurden im letzten Jahr 67 Motive und 8 Produkte verkauft.
    Bisher würde ich sagen rechtfertigt der zeitliche Aufwand die Einnahmen nicht. Wenn ich mal grob schätze, dass für die Erstellung eines Motiv’s inclusive eventueller Nachbesserungen bis zur Vektorfreigabe etwa 1/2 Stunde vergeht, habe ich ca. 150 Stunden für die Motiverstellung investiert. Um die Motive dann auf allen Marktplätzen einzustellen, vergehen je Motiv nochmals ca. 15 Minuten. Die zugehörige Recherche, ob nicht etwa fremde Rechte durch das Motiv verletzt werden sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Damit komme ich auf einen Schnitt von 50 Minuten je Motiv, bei 297 Motiven, die im Verkauf stehen, komme ich da auf stolze 247,5 Stunden Zeit, die inzwischen in den Motiven stecken. Demgegenüber steht ein Ertrag von bisher 146,45Eu. Damit hätte ich einen „Stundenlohn“ von ca. 60Cent erreicht. Allerdings arbeitet die Zeit für mich und, selbst wenn ich keine weiteren Motive mehr erstellen würde, erzielten doch die bisher eingestellten mit Sicherheit weitere Einnahmen, so dass sich das Verhältnis Aufwand zu Ertag möglicherweise doch noch zu meinen Gunsten ändert.
    Zum Schluß noch die „Fieberkurve“, die diesmal auch die Produkte enthält und sehr schön die saisonalen Spitzen im August und Dezember erkennen lässt.


    Das neue Jahr startet recht gut geht flott auf die nächsten Termine, wie z.B. den Valentinstag zu. Dabei fällt mir ein: ich wollte doch unbedingt noch ein entsprechendes Motiv in den Design-Wettbewerb schicken…

    Jan 132011
     

    Seit einem halben Jahr ca. habe ich fast jede Woche ein Date mit einer hübschen jungen Italienerin. Elisa heisst sie, und sie ist Italienischlehrerin bei der VHS.
    Nach langen und vielen guten Vorsätzen habe ich mich letzten Sommer zu einem Italienisch Grundkurs angemeldet. Allerdings ist es sehr schwer im Alltag zusätzlich eine neue Sprache zu erlernen, auch wenn sie mir so gut gefällt wie die italienische Sprache. Manche Vokabeln sind schon aus den vielen Urlauben im Gedächtnis geblieben, jedoch mit Grammatik- und Ausspracheregeln werden sie wieder zu großen Unbekannten. Überhaupt – Grammatik; Und das mir, der ich mir schon in der Schule keine Grammatikregeln merken konnte und musste. Grammatik in der deutschen Sprache – das war etwas, das man schon von alleine hörte. Und nun kunjugiere ich italienische, unregelmäßige Verben. Allein schon bis ich diesen Satz übersetzen konnte! Am Schlimmsten: essere: io sono, tu sei, lui/lei/lei è, noi siamo, voi siete, loro sono.
    Ich bin, du bist… eigentlich im Deutschen genauso schwer, aber eben seit frühester Kindheit bekannt.
    Um die Sprache in den Kopf zu bekommen lasse ich mir so allerlei einfallen. So habe ich mir die Interaktive Sprachreise von Digital Publishing besorgt, da es mit dieser Software möglich ist, die Vokabeln als „Audiotrainer“ unterwegs zu hören. Doch nur Vokabeln alleine genügen nicht. Im Verlaufe eines Italienischabends muss ich mich immer wieder direkt in die Sprache hineindenken, italienisch hören und denken und am Ende der Doppelstunde geht einem diese Sprache dann doch recht flott von den Lippen. Leider – im Verlauf einer Alltagswoche entwickelt sich das wieder zurück und zur nächsten Stunde beginnt das Hineinfinden in die Sprache von Neuem.
    Um dem Abzuhelfen, bestellte ich nun eine weitere Hilfe: Die earworms Italienisch von Langenscheidt. Nun kann ich im Wechsel die Dialoge und meine Vokabeln hören. Heute kam die CD per Post an. Durch die angenehme Hintergrundmusik und die Wiederholungen bleibt einem der Klang im Ohr. Mal sehen, wie sich das auf die nächste Stunde auswirkt.
    Auf jeden Fall aber werden wir nächsten Dienstag wieder freiwillig „Nachsitzen“ bei Pizza è vino rosso oder birra scuro in der Pizzeria Girasole bei Pierro an der Ecke…